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Lebensführung als Schulfach?

Letzte Woche fand wieder der Schulwettbewerb "Jugend debattiert" statt. Es gab viele spannende, anregende Streitgespräche. Weiter im Text stellen wir euch eine Debatte vor.

"Wie schreibe ich eine gute Bewerbung?"

"Wie organisiert man einen Haushalt?"

"Welche Versicherungen brauche ich?"

"Wie lege ich mein Geld am besten an?"

"Wie organisiere ich mein Leben?"

"Kann ich mir selber gesundes Essen zubereiten?"

"Habe ich meinen Terminkalender im Blick - habe ich überhaupt einen?"

"Wie kümmere ich mich um eine Wohnung - bekomme ich Zuschüsse?"

"Wo kann ich arbeiten, um mir die Freizeit zu finanzieren?"


Diese und viele, viele weitere Fragen erwarten euch später im Leben nach der Schule. Aber was lernt ihr zu diesen Themen in der Schule? Wenn man ehrlich ist, nicht allzu viel. Deshalb wird darüber nachgedacht, das Schulfach "Lebensführung" einzuführen. Darum drehte sich die Debatte von Okka Cramer, Justus Scharf, Jan Wulle und Mia Brüggemann.


"Fürs Leben lernen" - mit diesem bekannten Sprichwort startete Okka Cramer (10c) ihre Eröffnungsrede zur Frage "Soll ein Schulfach praktische Lebensführung eingeführt werden?". Dabei unterstrich Okka, dass genau dies eben auch bedeute, nicht nur trockene Fächerinhalte zu pauken, sondern auch Sachen zu lernen, die alle Schüler*innen im späteren Berufsleben und Alltag auch wirklich brauchen.


In der Debatte brachten beide Seiten dann starke Argumente dafür und dagegen. Wichtig für Laien zu wissen ist: Bei Jugend debattiert beleuchten die Teilnehmenden eine Streitfrage strukturiert und problemorientiert von beiden Seiten. Dabei müssen sie eine Seite - z.B. die Pro-Position vertreten - auch wenn diese gar nicht ihrem eigentlichen Standpunkt widerspiegelt. Das kann eine echte Herausforderung sein!


Aber zurück zur Debatte: Die Befürworter pochten darauf, dass alle Schüler*innen ein verpflichtendes Fach Lebensführung belegen müssten. Die moderne Lebens- und Arbeitswelt bringe so viele Chancen und Herausforderungen, auf die die Schule einfach eingehen müsse, statt die Schüler nach dem Abschluss unvorbereitet in die Welt zu entlassen.

Dem entgegen hielten Jan Wulle aus der 8b und Mia Brüggemann aus der 10a das Argument, dass die Schule nicht auch noch diese Aufgabe übernehmen könne, immerhin sei die Hauptaufgabe der Schule der Bildungsauftrag - die Erziehung der Kinder obliege immer noch den Eltern.


Justus Scharf gab wiederum zu bedenken, dass es nur um eine Stunde in der Woche gehen würde, in denen die Schüler grundlegende Aspekte des Alltags und des späteren Erwachsenenlebens vermittelt bekämen. Okka führte beispielhaft an, dass viele junge Menschen tagtäglich stundenlang im Internet seien - die Medienkompetenz in der Schule aber zu kurz komme. Auch Dinge wie Steuererklärung, Versicherung oder Arbeitswelt bekämen nicht den entsprechenden Raum.


Die Kritiker des neuen Schulfaches betonten, dass die Lebensentwürfe so individuell seien, dass die Schule unmöglich auf alle Bedürfnisse eingehen könne. "Die Schule hat einen Bildungsauftrag", bekräftigen Jan und Mia.


"Gerade weil die Lebenslagen so individuell und somit unterschiedlich seien braucht es aber doch so ein Schulfach!", meinte Justus daraufhin. Gerade Schüler*innen aus nicht-priviligierten Elternhäusern würden davon profitieren, weil ihre Eltern womöglich gar nicht die Zeit, das Geld und die Fähigkeiten hätten.


Während die Contra-Seite auf die notwendige Eigenverantwortung der Eltern und Schüler*innen hinwies und auf eine mögliche Überforderung des Systems Schule hinwies, hob die Pro-Seite den Wert der Chancengleichheit hervor. Es sei einfach notwendig, dass alle Schüler*innen unabhängig von der Herkunft zumindest eine gemeinsame Basis in Sachen praktischer Lebensführung hätten.


Wie steht ihr zu dem Thema? Was fehlt euch in der Schule? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!


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