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"Die Gefahr ist so hoch wie lange nicht mehr"

Von Lea Kirchner - Islamistische Akteure und Influencer finden im Internet und den "sozialen Netzwerken" immer mehr Verbreitung. Das hat Folgen - wie am Wochenende im Hamburg zu sehen war.


Das Zeitalter des Internets und der sozialen Medien hat nicht nur den digitalen Austausch ermöglicht, sondern auch eine Bühne für die ungehinderte Ausbreitung extremistischer Ideologien geschaffen. Insbesondere islamistische Gruppierungen haben diese virtuellen Räume genutzt, um ihre Botschaften zu verbreiten und potenzielle Anhänger zu rekrutieren. Am Wochenende demonstrierten über 1000 Islamisten für einen Gottesstaat und für die Abschaffung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dies wirft nun eine brisante Problematik auf, welche nicht leicht zu steuern ist.


    „Die Gefahr ist real und so hoch wie seit langem nicht mehr[1] 

Die sozialen Medien (wie Instagram, TikTok, YouTube) machen dies möglich. Extremisten jeglicher Coleur haben in den sozialen Netzwerken vor allem das Ziel, die jüngere Generation anzusprechen und diese von ihren Ideologien zu überzeugen, sie passen ihre Inhalte an das Nutzungsverhalten von jungen Menschen an – kürzer, schneller, visueller.[2]


Islamistische Initiativen verwenden in den sozialen Medien bestimmte Narrative, um ihre Meinungen, Ansichten und Forderungen möglichst eindrücklich zu verbreiten. Es scheint, als würden eindeutig extremistische Äußerungen jedoch meist unausgesprochen bleiben, stattdessen nutzen islamistische Initiativen wie Realität Islam, Muslim Interaktiv oder Generation Islam aktuelle Kontroversen aus und greifen emotionale gesellschaftliche Themen auf, um Gefühle wie Frustration, Ungerechtigkeit und Angst auszulösen, das erläutern die Autoren Yasmina Shamdin und Hanim El-Auwad eindrücklich.[3] Die Gruppe Muslim Interaktiv steht auch als Organisator hinter der Demo in Hamburg.


Diese Initiativen propagieren unter anderem vom Staat ausgehende Islam-Feindlichkeit oder leisten gerade auch mit dem Israel-Palästina-Konflikt ihren Beitrag zur Ausbreitung des Antisemitismus. In Deutschland sind allein zwischen dem 7. und dem 15. Oktober 2023 ganze 202 antisemitische Angriffe verzeichnet worden, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg von 240% entspricht![4] Extremistische Posts und Beiträge tragen nicht gerade zu einer Verbesserung der ohnehin angespannten Lage bei - im Gegenteil: oft heizen sie die Emotionen mit einfachen Feindbildern, Slogans, Fake News und Bildern noch auf.

 

Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt mittlerweile vor akuter Gefahr islamistischer Anschläge, so alarmierte der Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang im November 2023: „Die Gefahr ist real und so hoch wie seit langem nicht mehr“. Gerade im Angesicht der aktuellen Lage lässt sich erkennen, wie gefährlich islamistische Beiträge in den Medien sind, denn auch der Verfassungsschutz sieht unter anderem den Grund für die Gefahr in der Verbreitung von Hass und Propaganda in den sozialen Medien.[5] Gerade emotional-aufheizende würden eine starke Verbreitung finden, bestätigt auch Reinke de Buitrago.[6]


Eine weitere Strategie ist die, sich selber in die Opferrolle zu setzen. Beispielsweise gibt der israelisch-palästinensischen Konflikt islamistischen Organisationen viel Potential für Emotionalisierung und Betroffenheit. Oftmals werden Frauen und Kinder als Opfer dargestellt, die vom blutrünstigen Israel systematisch getötet oder bedroht würden.[7]  

Die tatsächlich systematische Ermorderung von Frauen und Kindern durch die islamistische Terrororganistation Hamas am 7. Oktober wird hingegen nicht erwähnt oder geleugnet. Das Gefährliche daran sei laut Experten nun, dass auch Menschen von islamistischen Weltansichten beeinflusst werden würden, welche sich jenseits des extremistischen Milieus aufhielten, so geht dies unteranderem aus dem Verfassungsschutzbericht 2022 hervor.[8] Auch das Ministerium des Inneren aus Rheinland-Pfalz stellt fest: Die Islamisten nutzen die Freiheit des Internets als Kommunikations-, Propaganda-, und Rekrutierungsmedium aus.[9] Die sozialen Medien machen demnach erst eine ungefilterte Informationsausgabe möglich, welche islamistische Initiativen nutzen, um sich untereinander zu vernetzen und ihre Ideologien weltweit zu verbreiten.

 

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass viele junge Nutzer sozialer Medien naiv und beeinflussbar sind. Viele nehmen diese sogenannten „Fakten“ bedingungslos an, ohne kritisches Hinterfragen oder Prüfungen, und dies ist die große Gefahr der sozialen Medien - eine unkontrollierte Informationsausgabe ohne Evidenz. Man kann also sagen, dass extremistische Gruppen diese Vulneriabilität ausnutzen, um junge Menschen zu rekrutieren und ihr Meinungsbild zu beeinflussen.

 

Ist es nun nicht wichtig, dieser Bewegung in unserer digitalisierten Gesellschaft entgegenzuwirken? Um dieses Problem in Angriff zu nehmen, ist es wichtig, die Medienkompetenz junger Menschen zu stärken, kritisches Denken zu fördern und auf alternative, objektive Informationsquellen zu verweisen. Gleichzeitig sollten Plattformen Maßnahmen ergreifen, um die Verbreitung extremistischer Inhalte einzudämmen und die Sicherheit junger Nutzer zu gewährleisten. Die sozialen Medien könnten die Ausbreitung von Falschinhalten und Propaganda - etwa durch das Sperren von Beiträgen oder auch Nachverfolgungen bis zur Quelle - stärker kontrollieren. Ein Lösungsansatz, welcher Prävention und Sanktionierung beinhaltet, ist entscheidend, um eine maßgebliche Beeinflussung der Bevölkerung, besonders junger Menschen zu verhindern und Sicherheit zu gewährleisten. Vor allem aber müsste von den Eltern und auch den Schulen mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, um das Fundament für kritisches Hinterfragen und eine Meinungsbildung zu errichten. 


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