Nein zur Wehrpflicht
- 3. März
- 2 Min. Lesezeit
Von Konstantin Rauch - LFZ-Redakteur und Mitorganisator beim Oldenburger Bündnis "Schulstreit gegen Wehrpflicht".

Von AfD bis Grüne (die Grünen haben sich laut Parteibeschluss zwar gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht positioniert, jedoch lässt die Konsequenz dessen bislang auf sich warten) - parteiübergreifend wird derzeit über eine mögliche Wehrpflicht oder andere verpflichtende Dienstmodelle diskutiert. Fakt ist: In ganz Deutschland wird darüber gesprochen, wie und wann junge Menschen in die Kaserne kommen könnten. Die Perspektive der potenziell Betroffenen selbst steht dabei nach Ansicht der Kritiker oft nicht im Mittelpunkt.
Aus diesem empfundenen Desinteresse heraus haben Schülerinnen und Schüler das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ gegründet, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen - und auch ich mache mit. Was bei uns als lose Vernetzung über soziale Medien begann, entwickelte sich binnen weniger Wochen zu einer organisierten Struktur mit lokalen Gruppen, regelmäßigen Treffen und klar formulierten Positionen.
Wir sprechen uns im Bündnis gegen verpflichtende Dienste aus, die junge Menschen betreffen würden. Es kritisiert, dass politische Versäumnisse mit der Lebenszeit und Arbeitskraft der jungen Generation ausgeglichen werden sollen. Zudem positioniert sich die Initiative gegen Aufrüstung und Remilitarisierung und fordert stattdessen stärkere Investitionen in Bildung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit.
In öffentlichen Stellungnahmen richtet sich das Bündnis gegen eine Rhetorik, die unter Begriffen wie „Verantwortungspflicht“ oder „Dienst für das Vaterland“ für eine stärkere Militarisierung wirbt. Aus Sicht der Organisatorinnen und Organisatoren bedeutet Verantwortung vor allem, sich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen und politische Prioritäten kritisch zu hinterfragen.
In Oldenburg waren bei den vergangenen Aktionen mehrere Hundert junge Menschen auf der Straße, um ihre Ablehnung der Wehrpflicht deutlich zu machen. Deutschlandweit beteiligten sich nach Angaben der Initiative rund 55.000 Schülerinnen, Schüler und Studierende an Protesten.
Die Proteste sollen fortgesetzt werden: Der nächste Schulstreik findet am 5. März am Julius-Mosen-Platz statt.
Weitere Informationen veröffentlicht das Bündnis auf Instagram unter schulstreikgegenwehrpflicht_ol, neinzurwehrpflicht_ol sowie dem bundesweiten Account schulstreikgegenwehrpflicht.




Warum wohl kommen Millionen von fast überall ausgerechnet zu uns? Weil wir ein Rechts- und Sozialstaat sind, von dem viele nur träumen können.
Und die damit verbundenen Freiheiten (die du hier und jetzt wie Selbstverständlichkeiten genießt) sind es wert, verteidigt zu werden.
Deine Freund:innen verteidigst du doch (hoffentlich!) auch, wenn sie von jemandem angefasst werden, von dem sie nicht angefasst werden möchten.
Frag sie einfach mal, ob sie dann von deinem leuchtenden, aber leider untätigen Pazifismus begeistert wären.
„sich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen“ bedeutet auch zu schützen, was einem die Zukunft ermöglicht