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"Mehr Demokratie wagen!" Die Schülervertretung vor Strukturreformen

Aktualisiert: 3. Jan.

Ein Interview mit Fenna Henkel und Julius Feldmann (SV), von Konstantin Rauch zu den Chancen und Herausforderungen stärkerer demokratischer Teilhabe an unserer Schule.

Die aktuelle Schüler/innen-Vertretung
Die aktuelle Schüler/innen-Vertretung

Wen genau vertritt die SV eigentlich?

Und wie kann die SV noch demokratischer werden, ohne ihre Handlungsfähigkeit zu verlieren?


Zu diesen und weiteren Fragen habe ich ein kurzes Gespräch mit den SV-Vertretern Fenna und Julius geführt, um Euch über die kommenden Änderungen am SV-System aufzuklären.


Zwar liegen die Ideen für die Demokratisierung schon seit mehreren Jahren auf dem Tisch, doch ist es erst die jetzige Schülervertretung, die sich dieses Wandels annimmt.


Die SV stemmt an unserer Schule viele Projekte. Dazu gehören unter anderem eine Nikolaus-Aktion, eine Rosenmontags-Aktion und ein Sleep-in. Auch deshalb sei die Demokratisierung in den vorherigen Jahren kurzgekommen: Immer standen Aufgaben an, die bewältigt werden mussten, sodass über ein neues Wahlverfahren und mehr Mitsprache der breiten Schülerschaft weniger Zeit blieb. Das solle sich jetzt ändern, so Julius und Fenna im Namen der SV.


Demnach sei das aktuelle Ziel der SV, Vorschläge zu erarbeiten, die die SV-Struktur transparenter und demokratischer gestalten. Denn momentan ist die SV so aufgebaut, dass sich neue interessierte Schülerinnen und Schüler bei der SV vorstellen können und dann im Schülerrat gewählt werden. Somit ist die Schülervertretung zwar ein offenes System, welches aber nicht optimal demokratisch funktioniert, da eine gewisse Selektion vor der Wahl im Schülerrat stattfindet, wodurch die Legitimationsfrage entsteht - etwa nach der "Abwahl" bestehender SV-Mitglieder oder einer Neuwahl aus der Mitte der gesamten Schülerschaft - statt "nur" durch die SV - heraus.


Gewählt wird die Schülervertretung in der Tat jedes Jahr durch den Schülerrat. Das Problem besteht vielmehr darin, dass dieser Wahl eine Selektion vorangeht und Mitglieder auf Vorschlag der Schülervertretung im Schülerrat gewählt werden.



Dazu komme auch noch, so ergänzen Julius und Fenna, dass die eigentliche Demokratisierung durch eine stärkere Einbindung des direkt gewählten Schülerrats passieren soll, der aus allen Klassensprechern besteht. Denn dieser soll zukünftig Vorschläge diskutieren, Veränderungen beantragen und am Ende selbst entscheiden können, wie die Schülervertretung organisiert werden soll. Das soll zur Folge haben, dass die Entscheidungen nicht von „oben“ von der SV kommen sollen und die SV lediglich Vorschläge herausarbeitet. Alle Schritte sollen transparent und offen vom Schülerrat diskutiert werden können, sodass es keine fertige Lösung von vornherein gibt und der demokratische Prozess auch auf dem Weg dahin sichtbar bleibt.


Zuletzt haben Fenna und Julius freiwillig an einer professionellen Fortbildung mit gestandenen SV-Lehrkräften zu den Grundlagen, Potenzialen und Herausforderungen verstärkter demokratischer Teilhabe durch die SV-Arbeit teilgenommen und dort viel mitgenommen.


Konkret ist nun folgender Ablauf geplant, führt Julius aus: "Im Januar findet die SV-Fahrt statt, bei der SV und Schülerrat gemeinsam Vorschläge erarbeiten und diskutieren. Anschließend werden diese Vorschläge im Schülerrat besprochen und abgestimmt. Auf Grundlage dieser Diskussionen entsteht ein Entwurf für die neue Geschäftsordnung, der danach beschlossen wird. So wird klar geregelt, wer entscheidet, wann und wie, und die gesamte Schülerschaft kann den Prozess nachvollziehen."


Fazit: Als Ziel soll eine breitere Beteiligung der Schülerschaft und des Schülerrats an Entscheidungsprozessen erreicht werden, ohne die Handlungsfähigkeit der SV zu gefährden - denn wenn beispielsweise die SV sich jedes Jahr neu bilde, erschwere dies den reibungslosen und effizienten Ablauf, beispielweise des Olantis-Tags, der sehr viel Organisation und Erfahrung brauche, die innerhalb der SV von älteren an jüngere SVler weitergegeben würde. „Eine Schülervertretung, die jedes Jahr in ihrer vollständigen Besetzung alterniert, ist eingeschränkt in ihrer Handlungsfähigkeit", geben Fenna und Julius zu bedenken.


Dennoch soll eine stärkere Einbindung des Schülerrates kommen und damit auch indirekt der gesamten Schülerschaft, wobei die SV-Wahlen auch als Mittel zur Demokratiebildung an Schulen genutzt werden können. Denn Demokratie lebt vom Mitmachen, auch ihr seid also in Zukunft gefragt!



 
 
 

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